Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter

Nach ICD-11 und DSM-5 wird ADHS als neuroentwicklungsbedingte Störung verstanden, die in der Kindheit beginnt und bis ins Erwachsenenalter fortbestehen kann. Im Vordergrund stehen anhaltende Schwierigkeiten der Aufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Gerade bei Mädchen und Frauen zeigen sich häufig unauffälligere Formen, sodass eine ADHS seltener schon in der Kindheit erkannt wird. Dazu entwickeln Mädchen häufiger früh Kompensationsstrategien oder eine hohe soziale Anpassung (vgl. Hinshaw et al. 2022).

Im Erwachsenenalter zeigen sich häufig Probleme mit Konzentration, Handlungsplanung, Zeitmanagement und emotionaler Selbststeuerung. Betroffene berichten oft über innere Unruhe, Ablenkbarkeit, Schwierigkeiten beim Beginnen oder Abschließen von Aufgaben, Reizempfindlichkeit oder schnelle mentale Erschöpfung. Nicht selten kommt es auch zu zwischenmenschlichen Problemen.

ADHS tritt zudem häufig gemeinsam mit anderen psychischen Störungen auf, etwa Angststörungen, Depressionen, Schlafstörungen oder Süchten (vgl. Hartmann et al., 2023). Nicht selten werden zunächst diese Folgeprobleme behandelt, während die ADHS erst später erkannt wird.

Viele Erwachsene berichten rückblickend über langjährige Schwierigkeiten in Schule, Ausbildung, Beruf oder im Alltag, trotz großer Anstrengung. Eine sorgfältige Diagnostik berücksichtigt daher neben der aktuellen Symptomatik auch die Entwicklungsanamnese und Hinweise aus der Kindheit, etwa aus Schulzeugnissen oder familiären Angaben. Ziel ist es, die lebenslang wahrgenommenen Beschwerden besser einzuordnen, ADHS von anderen Ursachen abzugrenzen und passende Unterstützung oder Behandlungsmöglichkeiten zu finden, z.B. eine medikamentöse Behandlung oder gezielte Therapie.

Diagnostik

Ich biete eine umfassende Diagnostik bei Verdacht auf eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter als Privatleistung an.

Die Diagnostik orientiert sich an den aktuellen S3 Leitlinien und beinhaltet eine ausführliche Anamnese einschließlich Fremdanamnese bzgl. der aktuellen Symptomatik als auch der Symptomatik in der Kindheit, standardisierte diagnostische Interviews, Fragebögen, testpsychologische Verfahren sowie eine differenzialdiagnostische Einordnung. Ziel ist eine fundierte diagnostische Einschätzung und eine ausführliche persönliche Rückmeldung und ein ausführlicher Befundbericht. Dieser kann weiterbehandelnden Personen vorgelegt werden, Z.B. in der anschließenden psychiatrischen Behandlung, in welcher eine medikamentöse Einstellung vorgenommen werden kann.

Die Diagnostik umfasst ausschließlich die diagnostische Abklärung und ist nicht mit einer psychotherapeutischen Behandlung verbunden. Sie wird als Privatleistung erbracht.

Die Kosten orientieren sich am Umfang der diagnostischen Abklärung (nach GOÄ). Da sich der erforderliche Zeitaufwand je nach Fragestellung und individueller Vorgeschichte unterscheiden kann, erfolgt vor Beginn der Diagnostik eine transparente Information über die voraussichtlichen Kosten. Sie orientieren sich an der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP/GOÄ) und liegen bei 3 Terminen (Anamnese und Diagnostik), Testauswertung, Befundbesprechung sowie Erstellung des ausführlichen Befundberichts bei voraussichtlich 540,40 Euro.

Im Falle einer vorliegenden Privatversicherung oder Beihilfe können Kosten in der Regel dort geltend gemacht werden. Bitte informieren Sie sich im Vorfeld bei Ihrer Versicherung.

Natürlich kann die Diagnostik auch als Selbstzahler in Anspruch genommen werden.