Autismus-Spektrum-Störung
Mit der ICD-11 wird die Autismus-Diagnostik neu gefasst: Statt verschiedener Unterformen (z. B. Asperger-Syndrom oder frühkindlicher Autismus) wird nun der einheitlicher Begriff Autismus-Spektrum-Störung (ASS) verwendet.
Im Vordergrund steht ein kontinuierliches Spektrum mit individuell unterschiedlicher Ausprägung. Erfasst werden insbesondere Besonderheiten in der sozialen Kommunikation und Interaktion sowie restriktive, repetitive Verhaltensweisen und sensorische Besonderheiten.
Zusätzlich werden nun der individuelle Unterstützungsbedarf, Funktionseinschränkungen sowie mögliche Begleitfaktoren wie sprachliche oder intellektuelle Beeinträchtigungen berücksichtigt.
Autistische Menschen haben ein höheres Risiko, psychische Störungen wie Angststörungen, Schlaf-Wach-Störungen, depressive Störungen oder Zwangsstörungen zu entwickeln (vgl. Lai et al. 2029). Nicht selten liegt bereits gestellten psychischen Diagnosen eine bislang nicht erkannte Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zugrunde. Auch kann es zum autistischem Burnout kommen, welches sich durch chronische Erschöpfung, den Verlust von Fähigkeiten und eine noch weiter gesunkene Toleranz von Reizen äußert und sich von einer klinischen Depression oder einem beruflichen Burnout deutlich unterscheidet (vgl. Raymarker et al., 2020). Als zentrale Ursache kommt z.B. das dauerhafte Maskieren in Frage. Ein weiteres großes Problem stellen außerdem die erhöhten Raten für Einsamkeit durch soziale Isolation sowie damit einhergehende Risiken von Depression und Suizidalität dar (vgl. Hedley et al., 2018). Die Prävalenz von Depression bei autistischen Menschen wurde in einer Studie von Hudson et al. (2019) mit 20-40 Prozent beziffert.
In den letzten Jahren fragen sich zunehmend mehr Erwachsene, ob bei ihnen eine Autismus-Spektrum-Störung vorliegen könnte. Auslöser dafür sind häufig langjährige Erfahrungen eines „Andersseins“, wiederkehrende Schwierigkeiten in sozialen Situationen, erhöhte Reizempfindlichkeit oder das Gefühl, sich im Alltag stark anpassen zu müssen.
Aus klinischer Sicht ist dabei wichtig: Autismus ist eine neuronale Entwicklungsstörung, die bereits seit der frühen Kindheit vorhanden ist. Entsprechend finden sich in der Regel Hinweise auf Besonderheiten in der Entwicklungsanamnese, etwa in der sozialen Interaktion, im Spielverhalten, in der Kommunikation oder in der Reizverarbeitung.
Viele Erwachsene berichten, dass sie im Rückblick ihr bisheriges Leben, ihre Erfahrungen oder Verhalten besser verstehen, wenn sie dies im Licht einer möglichen Autismus-Spektrum-Ausprägung betrachten. Eine diagnostische Abklärung kann helfen, diese Zusammenhänge zu klären und individuelle Bedürfnisse sowie Belastungsfaktoren differenzierter einzuordnen.
Diagnostik
Ich biete eine umfassende Diagnostik bei Verdacht auf eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS) im Erwachsenenalter als Privatleistung an.
Die Diagnostik orientiert sich an aktuellen wissenschaftlichen Standards und umfasst eine ausführliche Anamnese einschließlich der Erhebung der individuellen Entwicklungs- und Lebensgeschichte sowie der aktuellen Symptomatik. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Betrachtung frühkindlicher Entwicklungsmerkmale, sozialer Kommunikation und Interaktion, Wahrnehmungsbesonderheiten sowie individuellen Denk- und Verhaltensmustern. Zusätzlich werden standardisierte diagnostische Interviews, Fragebögen und geeignete testpsychologische Verfahren eingesetzt. Zudem erfolgt eine differenzialdiagnostische Einordnung, um mögliche Überschneidungen mit anderen psychischen Belastungen oder neurodivergenten Besonderheiten zu berücksichtigen.
Ziel ist eine fundierte diagnostische Einschätzung sowie eine ausführliche persönliche Rückmeldung und ein ausführlicher Befundbericht. Dieser kann bei Bedarf weiterbehandelnden Personen vorgelegt werden, beispielsweise im Rahmen einer anschließenden fachärztlichen Behandlung.
Die Diagnostik umfasst ausschließlich die diagnostische Abklärung und ist nicht mit einer psychotherapeutischen Behandlung verbunden. Sie wird als Privatleistung erbracht.
Die Kosten orientieren sich am Umfang der diagnostischen Abklärung und werden nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP) bzw. den entsprechenden gebührenrechtlichen Grundlagen abgerechnet. Da sich der erforderliche Zeitaufwand je nach Fragestellung und individueller Vorgeschichte unterscheiden kann, erfolgt vor Beginn der Diagnostik eine transparente Information über die voraussichtlichen Kosten.
Für eine Diagnostik mit drei Terminen (Anamnese, Diagnostik, Testauswertung, Befundbesprechung sowie Erstellung eines ausführlichen Befundberichts) betragen die Kosten voraussichtlich540,40 Euro.
Im Falle einer vorliegenden Privatversicherung oder Beihilfe können die Kosten in der Regel dort geltend gemacht werden. Bitte informieren Sie sich hierzu im Vorfeld bei Ihrer Versicherung.
Selbstverständlich kann die Diagnostik auch als Selbstzahlerleistung in Anspruch genommen werden.